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Konzept der vielen Schultern

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TSV-Abteilung stellt sich neu auf, um neuen Bedingungen Rechnung zu tragen

WeilheimDie Basketballer aus Weilheim kennt man im ganzen Land. Sie haben Bundesliga-Spieler herausgebracht, mit den Frauen früher in Liga eins gespielt, über Dekaden den Sport südlich von München geprägt. Nun stehen sie vor einer neuen Herausforderung. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Zahl der Mitglieder beinahe verdoppelt. Die Sparte ist auf 440 Mitglieder angewachsen, „fast alles Spieler“, wie Alexander Preuß erklärt. Er ist der Mann, der die selbst ernannten „Red Devils“ in die Zukunft führen soll. Auch wenn ihm diese Formulierung nicht gefällt, weil sie es nur miteinander richten können.

Verdiente Kräfte hören auf

Die Mitglieder, 30 kamen zur Versammlung im Vereinsheim, wählten ihn kürzlich zum neuen Abteilungsleiter. Für die Basketballer bedeutet das einen großen Einschnitt. Schließlich hörten doch verdiente Kräfte – Eva Klein, Florian und Barbara Willkomm, Thomas Ganseder, Tina Papaioannou und Sebastian Jungwirth – teilweise nach Jahrzehnten des Wirkens auf.

Im Dezember hatten sie ihren Abschied angekündigt. „Da hab’ ich erstmal geschluckt“, erinnert sich Preuß. Schließlich vereint diese Generation, die die Abteilung seit Ewigkeiten prägt und gestaltet, ein immenses Wissen. Zu dieser Zeit befanden sich die Basketballer längst im Prozess der Neuordnung. Denn: „Bei unserem großen Mitglieder-Wachstum ist die Struktur nicht mitgewachsen“, erklärt Alex Preuß, zuletzt zwei Jahre Jugendleiter. Immer mehr Spieler, immer mehr Teams, aber nicht mehr Ehrenamtliche im Hintergrund – auf lange Sicht kann das gefährlich werden für einen Klub. Gemeinsam packten alte und neue Führung das Thema an. Ein Vereinsberater unterstützte über Monate, einen Plan zu formen, der sich kurz so umreißen lässt: mehr Ehrenamtliche, mehr Schultern, auf denen man die Last verteilt.

Herausgekommen ist nun eine Gruppe an 18 Leuten, die sich engagieren wollen. Die „großen“ Vorstandsposten besetzen neben Preuß noch Franziska Bettinger (Zweite Abteilungsleiterin), Bettina Wieser (Kassierin), Daniela Pelka (Jugendleiterin) und Martin Schauer (Schriftführer). Doch auf sie konzentriert sich künftig nicht mehr alleine die Arbeit. Das Team hat eine Vision und sieben Wirkungsfelder geschaffen, Dinge wie Finanzen, Spielbetrieb, Hallen oder Außendarstellung. Preuß & Co. ging’s auch um Semantik. Wer mitmachen will, soll seine Arbeit nicht als Pflicht verstehen, sondern: „Wir machen etwas möglich für die Kids.“ Die Arbeiten auf den ersten Baustellen begannen direkt. Aktuell steht die Organisation der neuen Saison an, Mannschaften müssen angemeldet, Trainer und Hallenzeiten verteilt werden. Bis die neuen Leute sich eingefunden haben, dürfte schon ein Jahr vergehen, schätzt Alex Preuß. Saison eins unter ihrer Ägide wird zum Transit-Jahr.

Danach können sie die großen, sportlichen Fragen angehen. Bei den Männern ist die Herausforderung besonders riesig. Sie stehen kurz vor dem Abstieg in die Bayernliga, was zu einer Zäsur führen könnte. Ihre Leistungsträger sind älter, denken langsam ans Aufhören. Gleichzeitig rückt verhältnismäßig wenig nach. Die größeren Talente im Nachwuchs sind zu jung, um ein Team zu tragen. Noch gibt es keinen konkreten Plan, bestätigt Alex Preuß. Eine Kooperation mit Murnau ist immer mal wieder im Gespräch, dürfte aber nicht zustande kommen. Zumal auch hinter der Zusammenarbeit in der Jugend „ein Fragezeichen“ steht, wie der Abteilungsleiter erklärt. „Logistisch ist das nicht so einfach zu stemmen“, sagt er über das Projekt „Oberland United“, das vorigen Herbst groß ausgerollt worden war.

Nachdem sie im ersten Jahr unter dem neuen Namen viele Ressourcen aus den Vereinen abzogen, rückt nun wieder mehr Fokus auf die einzelnen Klubs. Preuß, eine der treibenden Kräfte hinter der Oberland-Idee, sieht diese als Lernfeld, quasi als Feldversuch, den man über mehrere Jahre laufen lassen muss. „Es ist ein längerer Prozess, den gemeinsamen Weg zu finden“, erklärt er. Bis vor zehn Jahren noch standen sich die Klubs in Rivalität gegenüber, ehe ein Umdenken einsetzte.

Minijob-Stelle in der Administration

Auf dem Weg ins Morgen setzen die Weilheimer auch auf professionelle Hilfe. Sie schaffen eine Minijob-Stelle, die sich um die Administration im Hintergrund kümmert. Mehrere Bewerber gibt es, gerade läuft der Auswahlprozess. Dadurch, erklärt Alex Preuß, wird das Ehrenamt entlastet, weil Freiraum für andere Aufgaben geschaffen wird. Etwa können sich nun Helfer um Sachen wie Trainingscamps oder Fördergelder kümmern.

Gesucht sind weiterhin auch Trainer, die die immer größer werdende Schar (aktuell 24 gemeldete Mannschaften) betreut. Vor allem ganz unten, bei den Minis. In diesem Bereich helfen auch die Vorgänger als Trainer weiterhin fleißig mit. Denn wie heißt’s in der neuen Vision der „Red Devils“ so schön: „Wir leben Teamgeist und stärken die Gemeinschaft.“

[Quelle: Weilheimer Tagblatt/ Lokalsport; 25.04.2026; Andreas Mayr]