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Die Aggertalsperre war Schauplatz der Freiwasser-DM für die Masters-Schwimmer. Ein Athlet des TSV Weilheim gewann bei drei Starts drei Medaillen.
Lantenbach – Drei Rennen binnen zwei Tagen sind für Schwimmer an sich nichts Besonderes. Im Falle von Michael Hirth war es aber schon ein gewaltiges Programm. Denn der Athlet des TSV Weilheim startete nicht in einem Hallenbad über eine 200- oder 400-Meter-Distanz, sondern im Freiwasser. Und da kamen bei der deutschen Meisterschaft der Masters bei drei Starts insgesamt 8,75 Kilometer zusammen. Hirth (Jg. 1961) gehört in der Altersklasse 65 sogar zu den Besten, er reiste mit zwei Goldmedaillen und einer Silberplakette wieder nach Hause.
Der Athlet, der beim TSV auch den Nachwuchs coacht, war mit seinen Auftritten sehr zufrieden: „Mit dem Titelgewinn bin ich für das aufwendige Training neben der Berufstätigkeit und meiner Trainertätigkeit wieder bestens motiviert“, wird er in einer Mitteilung zitiert. Die Meisterschaft, die im Wasser der Aggertalsperre in der Nähe von Gummersbach (Nordrhein-Westfalen) ausgetragen wurde, war gut besetzt. 248 Frauen und Männer der Altersklassen 20 bis 75 waren angetreten; sie absolvierten über 400 Einzelstarts. Das Wetter war bereits herbstlich und die Wassertemperatur mit rund 20 Grad Celsius recht frisch, aber noch so, dass vom Reglement her Neoprenanzüge untersagt waren.
Für Michael Hirth standen am ersten Tag die 2,5 Kilometer auf dem Programm. Bei böigem Wind und Wellengang entwickelte sich ein von taktischem Schwimmen geprägtes Rennen. In der ersten 1,25-Kilometer-Runde orientierten sich die Schwimmer eher in Richtung Ufernähe, um dem Gegenwind und Wellengang aus dem Weg zu gehen. In der zweiten Runde zog es die Teilnehmer eher in die Mitte, „um den Rückenwind zu nutzen“, so eine Mitteilung. Hirth lieferte sich mit Christhard Henning (SV Freiberg) einen spannenden Kampf um Gold, den der Weilheimer mit der Zeit von 40:52,37 Minuten und 1,6 Sekunden Vorsprung für sich entschied. Bronze ging an Stephan Deichsel (41:04,91) vom SC Regensburg. Sieben Schwimmer waren in der AK65 an den Start gegangen.
Tags darauf waren die Bedingungen weitaus angenehmer. Es herrschte Sonnenschein, das Wasser der Talsperre war ruhig. Für die 5-Kilometer-Distanz waren vier Runden zu absolvieren, wobei der Start in Wellen mit jeweils 40 bis 50 Schwimmern erfolgte. Recht schnell bildeten sich verschiedene Gruppen, in denen sich die Schwimmer in der Führungsarbeit abwechselten. Zum Ende des Rennens, auf Höhe der vorletzten Orientierungsboje, erhöhten zahlreiche Athleten das Tempo, um möglichst die beste Position für die letzten beiden anstehenden Wendebojen zum Zielkanal zu erhalten. In dieser Phase konnte sich Hirth in seiner Gruppe gut positionieren und auf seine Schnelligkeitsausdauer vertrauen. Im Finish hielt er so seinen größten Konkurrenten, Bernd Fischer (SSF Bonn) auf Distanz. Mit 3,6 Sekunden Abstand holte sich der Weilheimer (1:24:53,92 Stunden) seine zweite Goldmedaille.
Zwei Stunden später war das Rennen über 1,25 Kilometer angesetzt. Dort setzte sich Hirth ebenfalls sehr gut in Szene und schwamm in souveräner Manier zur Silbermedaille. Das Schild im Ziel, das die Athleten berühren mussten, erreichte er nach 20:00,53 Minuten. Gold gewann Deichsel (19:30,54), Bronze sicherte sich Martin Chaumet (20:23,20) von der SG Essen.
Im Freiwasser hat Michael Hirth heuer schon sehr gute Form bewiesen. So gewann er im Juni beim Tegernsee-Langstreckenschwimmen die Masters-4-Klasse vor zwölf Altersgenossen. Die 5 Kilometer absolvierte er in 1:14:03 Stunden; in der Gesamtwertung bedeutete das den siebten Platz unter 80 männlichen Finishern.