Der TSV von 1931 – 1940
17. März 2016
Der TSV von 1951 – 1960
17. März 2016
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Der TSV von 1941 – 1950

Archiv 1941 - 1950


Abschnitt IV - Ein dritter Neubeginn (Teil 1)


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Totaler Zusammenbruch Frühjahr 1945

Ein dritter Neubeginn 1. Der Vereinssportbetribe war schon im letzten Kriegsjahr vollständig zum Erliegen gekommen. Der totale Zusammenbruch im Frühjahr 1945 bedeutete in Deutschland für alle Lebensbereiche die Stunde Null. Die Menschen, Einheimische wie die zahlreichen Heimatvertriebenen, kamen im alltäglichen Kampf ums Überleben nicht dazu, an die schönen Dinge des Lebens zu denken. Einem geregelten Sport- und Spielbetrieb standen zunächst auch andere tatsächliche und rechtliche Hindernisse im Weg. So diente das Weilheimer Stadiongelände zeitweilig alks Abstellplatz für schweres alliertes Kampfgerät, zeitweise auch als Heim-Schrebergartengelände für die hungernde Bevölkerung. Die Turnhalle der Oberschule (früher Realschul-Pensionat) war mit Flüchtlingen belegt. Mit Ausnahme von Fahrrädern gab es keine Transportmittel, erst nach und nach wurden alte Lastkraftwagen mit Holzvergaserantrieb reaktiviert. Darüber hinaus fielen die Sportvereine unter ein Verbot der Besatzungsmacht (Kontrollrats-Direktive Nr.23 vom 17.Dezember 1945) und in den Jahren bis 1947 mußten erst Verfahren zu ihrer Wiederzulassung durchgeführt werden.
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Die Weilheimer Fußballer, die bereits im Herbst 1945 einige Freundschaftsspiele ausgetragen hatten, nach dem Krieg zunächst von Ludwig Pröbstl und dann von Hans Merz geführt wurden und der Militärregierung offenbar weniger deutschnational erschienen als die bürgerliche Turnbewegung, erreichten ihre Wiederzulassung als Erste und nahmen bereits ab 1946 in kleinem Umfang wieder an einer Punktspielrunde teil. Registrierungsurkunde des Fußballvereins vom 1. Februar 1946 Die Turner unserer Stadt, deren Einwohnerzahl zwischen 1939 und Mai 1945 von 7239 auf 10720 angestiegen war, wurden zwar ebenfalls bereits Anfang 1946 bei der Militärregierung registriert; da aber zunächst eine neue Satzung ausgearbeitet und politisch unbelastete Bürger als Bürgen gewonnen werden mußten, zog sich das "Entnazifizierungsverfahren" für den Turnverein bis zur Lizenzierung vom 10.Oktober 1947 hin. Im übrigen bedurften damals auch Jugendabteilungen von Sportvereinen der Lizenzierung.

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Die Führung des Turnvereins in den turbulenten ersten Nachkriegsjahren lag in den bewährten Händen des rührigen Pius Widmann, des letzten Vorkriegsvorsitzenden, langjährigen angesehen Jugendwartes und Vereinsfotografs. Seit 1947, nach Abschluß der behördlichen Genehmigungsverfahren und mit dem Wiederaufleben des Turn- und Fußballbetriebs sowie der Zusammenarbeit beider Sportarten in vielen Bereichen, hieß unser Verein auch nicht mehr Turnverein 1847 Weilheim, sondern Turn- und Sportverein 1847 Weilheim e.V.. Diese Umbenennung deute bereits nachdrücklich auf die weitereEntwicklung hin, die der Verein in der Folgezeit genommen hat. Bislang waren, abgesehen von den Fußballern (wie im III.Abschnitt dargestellt), eine Reihe anderer Sportarten von den Weilheimer Turnern bei deutlicher Integrierung unter das Dach des Turnvereins ausgeübt worden. Zum einen die zunehmende Bedeutung einiger von ihnen, zum anderen nach dem Krieg entstandene oder auch in kleineren Orten populär gewordene Sportarten führten dazu, daß sich das Erscheinungsbild des TSV Weilheim in den folgenden Jahren und Jahrzehnten grundlegend veränderte, und zwar bis auf den heutigen Tag. Es fand eine Spezialisierung nach teils völlig verschiedenen Sportarten statt. Unsere mittlerweile 21 Sparten haben eigenständige Abteilungsleitungen und sind für ihre Belange weitestgehend selbst verantwortlich. Die Funktion des Hauptvereins hat sich derjenigen eines Dachverbandes angenähert, dem aktive Sportgruppen nicht mehr unmittelbar nachgeordnet sind. Die Geschichte unseres Vereins in den vergangenen Jahrzehnten ist daher weitgehend die Geschichte seiner Abteilungen. Über deren Stand und Entwicklung ist im V.Abschnitt dieser Jubiläumsschrift in wesentlichen Grundzügen berichtet, so daß es im vorliegenden Zusammenhang allenfalls gelegentlicher Ergänzungen bedarf, zum Beispiel darüber, daß verschiedene frühere Abteilungen heute nicht mehr bestehen, wie etwa die Box-Abteilung oder die Bobsport-Abteilung, die 1964 mit Sepp Lautenbacher und Sepp Bosch sogar deutscher Meister im Zweierbob wurde. Dies gilt umso mehr, als schon allein die den Hauptverein als solchen treffenden bedeutsamen Geschehnisse im Verlauf der vergangenene 50 Jahre, die an dieser Stelle einer Dokumentation bedürfen, Legion sind.

Vereinsvorstände bis 1950


1847 Steigenberger, Jakob - Goldschmied, Vereinsgründer, Turnwart
1848 - 1850 Huber, August - Rechtspraktikant
1850 - 1862 Kümmerle, Friedrich - Postexpeditor
1862 - 1868 Steigenberger, Jakob - Goldschmied
1868 - 1873 Weinhart, Oswald - Wagenfabrikant, späterer Bürgermeister
1873 Miller, Johann - Seifensieder
1873 - 1876 Ferchl, Benedikt - Gärtner
1876 - 1880 Weinhart, Oswald - Wagenfabrikant, späterer Bürgermeister
1880 - 1884 Kleßinger, Max - Kürschnermeister
1884 - 1887 Weinhart, Jakob - Sattler
1887 - 1888 Weinhart, Josef - Sattler
1888 - 1899 Kleßinger, Max - Kürschnermeister
1899 - 1902 Fischer, Franz - Lederhändler
1902 - 1905 Schmidt, Georg - Bezirksfeldwebel
1905 - 1913 Geisenhofer, Thomas - Schreinermeister
1913 - 1920 Bayerl, Hans - Schneidermeister
1920 - 1927 Wegmann, Josef - Drahtwarenfabrikant
1927 - 1935 Tonagl, Friedrich - Steuerobersekretär
1935 - 1941 Widmann, Pius - Fotograf
1941 - 1946 Stibi, Hans - Sportkreisführer, kommisarisch eingesetzt
1946 - 1949 Widmann, Pius - Fotograf
1949 - 1951 Stahl, Ernst - Kreisbaumeister