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Chronik 1987 – Abteilung Fechten

Chronik 1987 - Abteilung Fechten


30 Jahre Höhen und Tiefen

Genau seit 30 Jahren wird in Weilheim Fechtsport angeboten. Der bayerische Fechtverband führte damals im Frühjahr 1958 mit den Versehrten-Sportlern die Obb. Bezirksfechtmeisterschaften in allen Waffen durch. Zusammen mit dem obb. Bezirkstag ging davon eine solche Werbewirksamkeit aus, daß nur acht Tage darauf, am 29. April 1958, im „Dachsbräu" viele Fechtinteressierte zusammenkamen und die Fechtabteilung gründeten. Kurt Weinert wurde 1. Vorstand und übernahm das Training, 2. Vorstand wurde Wolf Schröder. Die Mitgliederstärke: 12 Fechter und 17 Fechterinnen. Interessant dabei ist, daß sich bis heute diese Mitgliederzahl ,,Aktiv“ gehalten hat; insgesamt zählt die Fechtabteilung um die 50 Mitglieder.

Daß diese schöne Sportart schnell begeistert, war bald klar; daß sie aber nur mit intensivem Training und Ausdauer zum Erfolg führt, stellte sich auch sehr bald heraus. So mußte die junge Abteilung ein häufiges Kommen und Gehen von Anfängern registrieren. Doch einige hielten durch und bauten die Abteilung auf. Zurückblickend können diese Sportler auf viele schöne Stunden, fechterischer und privater Natur, ihr eigen nennen.

1960: Eine Ausbildung zum Turnierfechter mit Prüfung dauert etwa 2 Jahre und als damals die Fechtbegeisterten allmählich „flügge“ wurden, besuchten sie erstmals die verschiedensten Turniere; z.B. in Oberammergau die erste Kreismeisterschaft, Freundschaftsturniere in Garmisch, Rosenheim, Traunstein und München (DJK, Post SV oder MTV). Von nennenswerten Erfolgen aus dieser Zeit steht nichts in der Chronik. Es wird nur vermerkt, daß man aus den Turnieren Erfahrungen sammelte und die Weilheimer Fechter gern gesehene und gesellige Gäste waren.

Diese Zeit zeichnet sich im Rückblick besonders dadurch aus, daß sie viel Schwung hatte, doch auch sehr anfällig war, z.B., als Kurt Weinert 1961 plötzlich starb und Wolf Schröder vom ,,Weilheimer Tagblatt" nach Hamburg zurückkehrte, stand die Abteilung ohne Vorstand da.

In dieser Situation half damals Gustav Ludwig aus, das Training leitete Walter Fischer. In dieses Jahr fiel auch die Umstellung von manuellen Fechten zum Elektrofechten. Dies bedeutete eine totale Umstellung des Stils und war außerdem mit großen finanziellen Belastungen verbunden; schließlich mußte man sich völlig neu ausrüsten.

Die Fechtanzüge wurden sicherer, Elektroweste, E-Florett und E-Kabel mußten vom jedem Fechter gekauft werden; eine elektrische Turnieranlage war nötig. Herr Ludwig half uns mit einer Finanzierung, diese Hürde zu nehmen. Dafür heute noch Dank!

1963: Walter Fischer übernahm die Abteilung, Herr Ludwig wurde zum ersten und bis heute einzigen Ehrenvorsitzenden ernannt.

Von Walter Fischer und seiner heutigen Frau Erika, selbst beide gute Fechter, gingen bald neue Impulse aus. Nachdem die erste Krise überwunden war - so mancher Jungfechter hatte die Abteilung verlassen - wollte die verbliebene Fechterschar groß einsteigen. Und so gedieh in der Abteilung zusammen mit Unterstützung des damaligen bayerischen Fechtpräsidenten Kurt Wahl der Entschluß, ein eigenes Turnier auszurichten.

Das „Rot-Weiß-Turnier", so genannt nach den Weilheimer Stadtfarben, war geboren und in den ersten Jahren mit Qualifikationspunkten ausgestattet. Auf dieses Turnier kann die Abteilung wirklich stolz sein, wurde es doch 1987 zum 25. Mal durchgeführt. Dank des heutigen speziellen Austragungsmodus - 24 Teilnehmer, jeder gegen jeden - wurde es über ganz Bayern und Österreich bekannt und beliebt.

Zurück zu den 6Oer-Jahren: Walter Fischer betätigte sich als Vorstand, als Übungsleiter, als Aktiver und trug somit viel dazu bei, daß die Fechter eine eingeschworene Gemeinschaft wurden. ,,Einer für alle" wäre bezeichnend für den damaligen Geist. Bald waren die Weilheimer gern gesehene Gäste auf allen Turnieren im Umland, sportlich/fechterisch mit steigender Tendenz, gesellschaftlich immer dabei. Man freundete sich sportlich mit verschiedenen Vereinen an, z.B. Nürnberg, Füssen, Altötting, Dachau, Freising, die schon erwähnten Münchner Vereine OSC, USC, MTV, Post SV und besuchte deren Turniere. Besonders aber mit dem Fürther Fechtbund. So unternahm man 1964 zusammen mit den Fürthern eine Fahrt nach Budapest, Sport und Spiel im Visier.

Es war die erste Auslands-Sportbegegnung, damals noch ein einzigartiges Ereignis und ein toller Erfolg auf der ganzen Linie. Deshalb unternahm man gleich das Jahr danach, also 1965, eine weitere gemeinsame Fahrt mit den Fürthern nach Norwegen. Auch hier ein schönes sportliches Ereignis, besonders für die damaligen Weilheimer Säbelfechter. Leider auch bis heute der letzte Sportausflug in dieser Art.

Auch sonst geht es aufwärts! Endlich wurde der erste Pokal gewonnen: 1965 ging der Hans-Schaffer-Wanderpokal des Post SV München nach Weilheim. Erika Fischer erreichte bei den Obb. Meisterschaften erstmals die Endrunde und belegte den 8. Platz mit Startberechtigung bei den „Bayerischen“ in Augsburg. Auch Christian Troll, Andreas Scerdahelyi, Walter Fischer fechten ganz vorne mit und erstmals erscheint der Name Jörg Walter. Die Damen werden durch Elsbeth Jülicher, Susi Ryck, lrma Maierle, Helga Jobst und Lydia Schweiger verstärkt. Natürlich sind nur ein paar Namen rausgegriffen, wichtig jedoch für den Verein.

So wurde Jörg Walter in den 7Oer-Jahren mehrmals bayerischer Meister im Florett und gehörte viele Jahre dem D-Kader an, Elsbeth Jülicher stand ab 1970 der Abteilung vor, Lydia Schweiger übernahm 1973 die Jugendarbeit.

1968 zog Fechtmeister Hofer nach Weilheim und übernahm das Aktiventraining. Bald machte sich das Meistertraining positiv bemerkbar. Fechter wie Kurt Breitbarth und Cornelia Falk fechten plötzlich ganz vorne mit. 1970 gewinnt Erika Fischer sogar das „Rot-Weiß-Turnier". Doch sonst bröckelt's in der Abteilung. Viele Fechter, nun erwachsen, verheiratet, beruflich stärker belastet, finden immer seltener den Weg in die Turnhalle, so mancher Aktive zieht sich vom Turniersport zurück.

Dazu kommt, daß Walter Fischer aus beruflichen Gründen nach Hamburg geht. Wie erwähnt, nimmt Elsbeth Jülicher seinen Platz ein und wird einstimmig zum neuen Vorstand gewählt. Sie tat sich etwas leichter. Das Fechterjahr hatte bereits seinen festen Jahresrhythmus gefunden: Bezirksmeisterschaften, Obb. + Bayer. Meisterschaften, Freundschafts- und Qualifikationsturniere, im Sommer unser „Rot-Weiß-Turnier" (ab 1971 erstmals mit neuem Austragungsmodus), Wandertag und zum Jahresende Vereinsmeisterschaft und Weihnachtsfeier. Damit konnte man schon gut arbeiten. Außerdem stand ihr tatkräftig Roman Schweiger, 2. Vorsitzender, zur Seite.

Trotzdem galt es, neue Probleme zu lösen, z.B. mangelnder Nachwuchs machte sich bemerkbar. So ging man daran, sich stärker in der Öffentlichkeit zu profilieren; Werbeveranstaltungen im Stadttheater, am Marienplatz, in der Hochlandhalle, unterstützt durch die Presse, halfen, junge Fechter zu gewinnen. Außerdem war allgemein ein Trend zu immer jüngeren Fechtern, also Kindern zu beobachten. Die Impulse dazu gingen vom Leistungszentrum ,,Fechten“ in Tauberbischofsheim und dem jetzigen Bundestrainer Emil Beck aus. Auch in Weilheim kamen viele Jugendliche zur Fechtabteilung; ein neuer Anfang wurde mit ihnen gemacht. Ihre Erfolge prägten die späten 70er- und die 80er-Jahre.

1972 wurde ein vierteljährlich erscheinender Fechterrundbrief eingeführt; der Abteilungsbeitrag mußte erhöht werden, Vereinsmasken und Waffen wurden angeschafft. Die erste Turnierausrüstung, jetzt über 10 Jahre alt, mußte erneuert werden. Der Kauf teurer Kupferbahnen und Elektromelder stand an. Äußerlicher Anlaß dazu war der Umzug in die 1972 neu erbaute Hardtschulturnhalle, in der wir endlich eine immer verfügbare Trainingsstätte mit elektrischen Bodenleitungen gefunden hatten. Erstaunlich schnell ging es auch mit den Jungfechtern aufwärts. Kinder in diesem Alter lernen ja leicht und sind schnell zu begeistern. Also drängten sie auf Turniere. Aber wo waren diese? Außer den Meisterschaften war weit und breit Fehlanzeige; so reifte der Gedanke an eine weitere Turnierveranstaltung für Schüler, A- und B-Jugend in Weilheim durchzuführen.

Der 1974 offiziell gewählte Jugendleiter, Lydia Schweiger, richtete zusammen mit Hermann Schmid im Frühjahr 1975 das erste Osterturnier und im Herbst erstmals das Kirchweihturnier aus. Es wurde ein voller Erfolg!

Seitdem kommen über hundert Jungfechter aus ganz Bayern und Österreich nach Weilheim, um mit ihresgleichen die Klingen zu kreuzen oder erst die Anfängerprüfung abzulegen. Fechtmeister Hofer hört auf. An seine Stelle tritt Hermann Schmid, ein Bruder der Olympia-Siegerin Heidi Schmid, gleichzeitig macht er den ÜL-Schein Fechten. 1975 gewinnt er für Weilheim das Rot-Weiß-Turnier bei den Herren, seine Frau Gaby bei den Damen: Doppelsieg für Weilheim.

Weiterer Anlaß zum Jubeln: Bei den Bayer. Meisterschaften im Friesenkampf belegen in Donauwörth bei den Junioren Thomas Koch den 1. und Winfried Heldner den 3. Platz.

Doch auch Wehmut: Das Ehepaar Fischer zieht endgültig von Weilheim weg und hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist. Walter Fischer prägte und leitete die Abteilung viele Jahre, war ein erfolgreicher Florett- und Säbelfechter; seine Frau Erika half ihm tatkräftig, den Turnierbetrieb durchzuführen. Außerdem mußte die Abteilung mit ihr auf eine gute Fechterin verzichten. Ihnen beiden verdankt die Abteilung viel.

Weitere gute Fechter verändern sich, z.B. Peter Breitbarth zieht nach Reichenhall, Alois Schrott hört auf - beide waren gute Degenfechter -, Thomas Koch geht zur Polizei nach Bad Tölz, Christian Troll studiert in München, Erich Stöppel mit Frau Brigitte müssen mehr und mehr im elterlichen Geschäft einsteigen (Erich übernimmt trotz allem noch viele Jahre das Amt des Kassiers). lrma Mairle stellt das Florett in die Ecke, übernimmt dafür den Posten des Chronisten. Ihr Mann Rudi ist uns auf seine Weise bis heute treu geblieben; betreut er doch immer noch unsere E-Ausrüstung, Kabelrollen und sonstigen Kleinkram. Auch für die muß einmal ein Dank in der Chronik festgehalten werden.

An dieser Stelle sei auch Roman Schweiger erwähnt, der seit 1975 die Geschäftsstelle inne hat und von dort aus sämtliche Berichte, Meldungen, Turnierausschreibungen usw. schriftlich ausführt und die Abteilung mit seiner Erfahrung und seinem Sachverstand betreut. Diese Arbeit wurde auch vom Fechtverband mit der goldenen Ehrennadel bzw. mit der goldenen Ehrennadel mit Silberkranz gewürdigt.

1977 machte die neu herangezogene Jugend erstmals auf sich aufmerksam, als nämlich der damals erst 12jährige Jürgen Wiegand den 3. Platz bei den Bayer. Schülermeisterschaften und den 6. Platz bei den Süddeutschen Schülermeisterschaften errang.

Aber auch andere Namen ließen aufhorchen, z.B. Simon Metzner, Kurt Breitbarth, Michael Rottmann und Eva-Maria Schweiger. Weitere Fechter kamen dazu wie Bernd Rid, ein Linkshänder, Thomas Ritter, Alexander Schießler, Robert Stöppel und bei den Mädchen erstmals die junge Barbara Koch.

1978: Die Fechtabteilung wird 20 Jahre alt, das wird sportlich mit einem Jubiläumsturnier und gesellig im Prälatenkeller gefeiert. Dabei gewann Gaby Schmid das Damenturnier, Simon Metzner errang den 7. Platz.

Bei der keinen „Geburtstagsfeier" wurden Elsbeth Jülicher und Lydia Schweiger für ihre Verdienste im Fechtsport von Bezirksfechtwart Josef Weiß mit dem Silbernen Verbandsehrenzeichen ausgezeichnet.

Trotzdem, in der Aktiven-Klasse war damals wenig los; auch das Ehepaar Schmid schied wegen Arbeitsüberlastung aus. So wurde die Jugendarbeit zum wichtigsten Bestandteil im Verein und bald hatte die Abteilung Erfolg damit. Unermüdlich fuhren die jungen Fechter unter der Betreuung von Lydia Schweiger von Turnier zu Turnier: April 1978 Bayer. Schülermeisterschaften in Bamberg, Juni 1978 Schülerturnier in Pfarrkirchen mit ersten Plätzen, Juli 1978 Obb. Junioren-Meisterschaft in Ingolstadt, erstmals ,,Vize“ für Michael Rottmann und Eva-Maria Schweiger, Oktober 1978 Kirchweih-Turnier in Weilheim mit 1. Platz für Jürgen Wiegand und Eva-Maria Schweiger, Oktober 1978 Schellenturnier in Kempten und 1. Platz für Barbara Koch.

1979 richtete die Fechtabteilung die Bayer. A- und B-Jugendmeisterschaften in der Jahnhalle aus. Barbara Koch erkämpfte sich hier den 2. Platz und somit die Teilnahme zur „Deutschen" in Essen. Bei den Junioren entwickelte sich eine starke Mannschaft mit Metzner, Rottmann, Ritter und Wiegand. Diese 4 „Musketiere" werden 1979 Obb. Meister und in Folge Dritter bei den Bayer. Junioren-Mannschafts- Meisterschaften 1980. In den Einzel-Wettbewerben der A-Jugend im Florett wird Jürgen Wiegand Zweiter, Michael Rottmann belegt Platz 5 und beide fahren im Juni 1979 nach Tauberbischofsheim zur ,Deutschen".

In der Fechterhochburg ist den Weilheimern wie allen anderen Bayern nur wenig Erfolg beschert und in der Abteilung stellt sich wieder einmal die Frage nach einem guten Trainer. So etwas hat gerade in dieser Sportart Seltenheitswert und wird 1980 gelöst, als Jörg Walter, mehrfacher Bayer. Meister im Florett, nach Weilheim zurückkehrt und die Aktive Fechtgruppe übernimmt. Sein Anliegen: aus der starken Juniorengruppe auch eine erfolgreiche, aktive Mannschaft hervorzubringen, in der er selbst mitfechten kann. In diesem Jahr, 1980, gibt auch Elsbeth Jülicher den Posten als Vorstand aus gesundheitlichen Gründen ab. Neugewählt wird erstmals ein „Junger“: Kurt Breitbarth.

Derweilen fährt Barbara Koch erfolgreich von Turnier zu Turnier. Nach ihrem 3. Platz bei den Obb. B- Jugend-Meisterschaften erreicht sie bei der „Deutschen" in Moers die Zwischenrunde. Bei den Bayer. Friesenkämpfen 1980 in Lauf sichert sie sich den 2. Platz und erkämpft sich bei den Deutschen Friesenkämpfen in Frankenthal einen hervorragenden 3. Platz. 1981 belegt sie nochmals in dieser Disziplin den 2. bei der „Bayerischen" in Neuaubing und den 7. Platz bei der ,,Deutschen“ in Salzgitter.

Auch im Einzel ist Barbara weiter erfolgreich. Inzwischen bei der A-Jugend, erreicht sie in Hof bei der Bayer. A-Jugend-Meisterschaft den 3. Platz; im selben Jahr fährt sie nach Antwerpen zu einem internationalen A-Jugend-Turnier und erreicht Platz 6.

Auch bei den Bezirks-Junioren-Vergleichskämpfen verstärkt sie mit Bernd Rid und Fechtern aus anderen Vereinen (insgesamt 6) die Mannschaft, sie werden 1981 und 1982 Erste. Barbara Koch geht Ende 1982 ins Fecht-Leistungszentrum nach Bonn.

Auch Jürgen Wiegand kämpft sich nach oben. So wird er 1979 und 1980 Bayer. A-Jugendmeister, gewinnt 1980 das Donauwörther Jugend-Qualifikationsturnier, 1980 und 1981 das Weilheimer Kirchweih-Turnier, belegt vordere Plätze in Kempten, Augsburg, Coburg und Hof. 1982 wird Jürgen erneut Obb. Junioren-Meister, ebenso 1983 und 1984. Im gleichen Jahr erstmals Obb. Meister der Aktiven-Klasse, verteidigt er seinen Titel und 1985 kann er erneut Obb. Meister im Einzel werden. Gleichzeitig ficht er in der Weilheimer Junioren-Mannschaft erfolgreich mit. Die Fechter Rottmann, Rid, Schießler und Robert Stöppel werden erstmals 1981 Obb. Meister im Juniorenflorett, ebenso 1982, wobei für Stöppel jedoch Wolfgang Güthler ficht. Mit gleicher Besetzung, jedoch mit Wiegand verstärkt, holt sich die Truppe die Bayer. Mannschafts-Meisterschaft.

1982 Iäßt ein weiterer Fechter aufhorchen. In der Schülerklasse startet und gewinnt auf Anhieb Platz 1 Jürgen Bittner und wird Obb. Schülermeister. Bei der Bayer. Schülermeisterschaft in Schweinfurt wird er Dritter. 1983, nunmehr B-Jugend, wird er bei der „Oberbayerischen“ in Weilheim „nur" Vierter, kann aber trotzdem in Bad Kissingen bei den Bayer. Meisterschaften starten und wird Meister der B-Jugend. 1984 verteidigt er erfolgreich seinen Titel in Furth i. W.

Die Aufzählung der genannten Fechter und deren Leistungen ist natürlich nicht vollständig. Sie gibt lediglich einen Überblick über herausragende Fechter und deren größte Erfolge.

1982 kommt die Städtepartnerschaft Weilheim - Narbonne sportlich erstmals zum Tragen. Mehrere Sportgruppen vom ESC Narbonne, darunter auch eine größere Gruppe sehr guter Fechter, kreuzen mit den Weilheimern die Klingen und gewinnen 5:3. Man freundet sich schnell an und der Gegenbesuch im September desselben Jahres war ein gelungenes Unternehmen. Weilheim gewinnt seine Revanche und

fährt mit vielen neuen und schönen Eindrücken nach Hause. In den folgenden Jahren vertieft sich diese Sportfreundschaft; der ESC Narbonne kommt fast jedes Jahr nach Weilheim. Bei den Fahrten des TSV 1985 und 1987 sind auch Fechter dabei.

1984 bricht die Mannschaft auseinander. Abitur und Bundeswehr fordern ihren Tribut. Man hat wenig Zeit fürs Fechten. Michael Rottmann gewinnt aber trotz Trainingsrückstand 1984 das Rot-Weiß-Turnier. Der neu eingeführte „Deutschland-Pokal" vereinigt nochmals die Fechter Jörg Walter, Simon Metzner, Michael Rottmann und Jürgen Wiegand zu einer Mannschaft. Sie kämpfen sich von Runde zu Runde weiter. Zum Schluß bleiben von ca. 400 Mannschaften aus ganz Deutschland acht übrig, die dann das Finale im Leistungszentrum Bonn bestreiten.

Trotz mancher Höhenflüge kriselt es jedoch im Verein. Fechten wandelt sich vom Leistungssport zum Freizeitvergnügen. Simon Metzner zieht nach München und wechselt den Verein. Das Schlimmste aber: Jörg Walter hört auf; Familie und Beruf gehen vor. Er wohnt heute in Schongau.

So besinnt sich die Abteilung wieder auf den Nachwuchs und startet 1985 eine große Werbeaktion an den Weilheimer Schulen. Aus den anfänglich 20 Kindern sind acht geblieben, die im Frühjahr 1987 ihre Fechtprüfung ablegten. 1986 gibt Kurt Breitbarth seinen Vorsitz ab. Winfried Heldner wird sein Nachfolger - leider nur für 1 Jahr. Kaum eingearbeitet, Iäßt er sich nach Freising versetzen. Seine von ihm eingeführte Skifreizeit soll fester Bestandteil im geselligen Leben der Abteilung bleiben. Sein Nachfolger wird im Sommer 1987 Michael Rottmann: So ist es das Bestreben, die Führung der Abteilung in jüngere Hände zu legen, realisiert. Die Vorstandschaft heute: 1. Vorstand Michael Rottmann, 2. Vorstand Lydia Schweiger (gleichzeitig Übungsleiterin), Kassier Klaus Schübel, Wanderwart und Geselliges Alexander Schießler.

Daß das Fechten immer noch an erster Stelle steht, bewies erneut Jürgen Wiegand. Er gewann 1987 das 25. Rot-Weiß-Turnier. Leider konnte es wegen der vielen Terminverschiebungen nicht als "Jubiläumsturnier" durchgeführt werden. Die Zeit war einfach zu kurz, um es gebührend vorzubereiten. Deshalb soll es in der Festwoche des TSV am 9. Juli 1988 nachgeholt werden und gleichzeitig an das 30jährige Bestehen der Fechtabteilung erinnern.

Lydia Schweiger

Quelle : Jubiläumsheft zum 140 jährige Jubiläum des TSV 1847 Weilheim e.V. im Jahr 1987