"Sport darf nicht elitär sein"
Weilheim - Der TSV Weilheim steckt in der Bredouille: Mehrkosten von 35 000 Euro kommen auf Weilheims größten Sportverein zu - weil der Landkreis Gebühren erhöht und die Stadt gleichzeitig Zuschüsse gekürzt hat. Im Raum steht nun eine Erhöhung der TSV-Mitgliedsbeiträge.
„Wir haben ein sehr großes Problem“, sagt Dieter Pausch, Vorsitzender des TSV Weilheim: Der Verein braucht 35 000 Euro zusätzlich, denn die Gebühren für die Nutzung der landkreiseigenen Hallen sind gestiegen und gleichzeitig schieß die Stadt weniger zu. Pausch hat in den kommenden Tagen Sitzungen mit dem Vereinsrat, um eine Lösung für die Finanzmisere zu finden, am Montag soll eine Entscheidung fallen.
Mehrere Möglichkeiten stünden im Raum - auch eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge für diejenigen Abteilungen, die die Hallen besonders oft nutzen, so Pausch. Das sind die Turner, Handballer und Basketballer. Auch ein „Hallen-Solidaritätsbeitrag“ sei schon diskutiert worden: Jedes der 3900 Mitglieder würde dann fünf Euro beisteuern, um die steigenden Kosten stemmen zu können. „Noch ist aber nichts in trockenen Tüchern“, so Pausch.
Dem Vereinsvorstand bereitet das alles ziemliche Kopfschwerzen: Die Mitgliedsbeiträge will Pausch nur sehr ungern anheben - vor allem, weil es schon vor zwei Jahren eine „satte Erhöhung“ gegeben habe, um den Bau des TSV-Sportzentrums stemmen zu können. „Sport in Weilheim soll doch für jeden da sein, und nicht nur für die, die es sich leisten können“ , klagt der Vorsitzende.
Doch warum die ganz Misere? Das hat zwei Gründe. Zum einem hat der Kreistag eine Gebührenerhöhung für die landkreiseigenen Hallen zum 1. September 2011 beschlossen. In Weilheim betrifft das die Jahnhalle, die beiden Gymnasiums- und die Berufsschul-Turnhalle. Statt 8,70 kostet eine Stunde Nutzung nun 9,60 Euro. Für den TSV, der jeden Tag mehrere Stunden in den Hallen ist, kommt da einiges zusammen.
Begründet wird die Erhöhung der Nutzungsgebühren vom Landratsamt mit steigenden Energiekosten. „Wir hatten eine Kostensteigerung von 17 Prozent, und das haben wir umgelegt“, erklärt René Jakob vom Landratsamt.
Erschwerend hinzu kommt für die Sportvereine eine Kürzung der Stadt Weilheim: Bisher übernahm sie die Gebühren für die Nutzung des Landkreis-Hallen. Die Zeiten sind vorbei: Ab 2012 übernimmt die Stadt nur noch die Hälfte davon.
„Die Stadt ist natürlich nach wie vor ein großer Unterstützer des Sports“, sagt Pausch - immerhin sei die Nutzung der städtischen Hallen kostenfrei. Auch das Verhältnis zum Landkreis sei nach wie vor „gut“. „Aber das alles weist in eine falsche Richtung. Sport darf nicht elitär werden.“
Quelle : Weilheimer Tagblatt online












